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Lennys PBFD (Fotos und Verlauf)

    Hallo Siggi,

    also ich find Lenny ist immer noch ein ganz Süßer. Er ist auch hübsch. Auch wenn er nicht so viel Gefieder hat.

    LG Matze
    täglich einen Kuß an meine Patenwellis Horst (Mondenkind) :bestfriend: Bollo und Krümel immer in meinem Herzen.

    Man kann nichts in die Tiere hineinprügeln, aber man kann manches aus ihnen herausstreicheln. (Astrid Lindgren)

    shorty2305 schrieb:

    Da wird mir warm ums Herz, das ist das tolle bei Wellis, egal we sie aussehen
    sie kraulen und liebkosen sich und Lenny Du bist ein Kämpfer weiter so :bravo:
    Das finde ich auch so Toll an Tieren. Sie nehmen einen, wie sie sind.
    Müssten wir Menschen uns mal wirklich ein beispiel dran nehmen.

    Alles gute für den süßen Lenny.
    Dein Lebensglück ist wie ein Vogel, den du liebst. Du nährst ihn mit den Körnern deines Herzens und tränkst ihn mit dem Licht deiner Augen. (Khalil Gibran)
    Um Lennys Abwehrkräfte zu stärken, wurde mir vor einiger Zeit empfohlen, es mal mit Vitalpilzen zu versuchen. Da wurde mir der Pilz Coriolus empfohlen.

    So, gestern bzw. vorgestern kam dann meine Bestellung an und gestern habe ich dann zum ersten Mal die Pilze über das Futter gegeben. Ohne genau zu wissen, wie die exakte Dosierung sein soll, habe ich es einfach mal versucht.

    Ich habe ca. 40 Gramm Futter, das sind ca. 8 Teelöffel (also die Tagesration für 4 Vögel) in ein kleines Gefäß abgemessen und das Futter mit einen Tropfen Wasser angefeuchtet. Anschließend habe ich ca. die Hälfte einer Kapsel über das Futter gestreut und etwas vermengt, damit das Pulver sich besser verteilt.

    Das Futter habe ich dann über den ganzen Tag verteilt verfüttert. Heute war der zweite Tag und habe es ebenso gemacht.

    Jetzt meine Frage, war das zu wenig oder zuviel oder genau richtig?

    Ich habe vom Coriolus die Kapseln mit Extrakt gewählt. Eine Kapsel hat ca. 0,43 g Inhalt, das entspricht 430 mg. Also wären das ca. 215 Milligramm für alle 4 Vögel. Ich möchte nicht zuviel geben. Es kann auch sein, dass sich das Pulver beim Vermischen ungleichmäßig verteilt, und der eine schon mal mehr abbekommt als der andere. Ist zwar alles im Milligramm-Bereich, aber trotzdem. Die Dosis, die ich gegeben habe, entspricht auch so ungefähr die Prise Korvimin, die ich früher immer übers Futter gestreut habe.


    Auf jeden Fall scheinen alle Vier geschmacklich schon mal kein Problem damit zu haben. Ich habe sogar den Eindruck, sie mögen den Pilz irgendwie, vielleicht ist es auch der Geruch, es riecht schon etwas salzig-pilzig.
    Liebe Grüße - Siggi
    sowie die Schmachtperlen Olli (4,5), Simon (3) und Taifun (3). Im Herzen: alle meine ehemaligen Wellis (siehe Profil)

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    Hallo Siggi,

    die Dosierung ist ok. Die Vögel nehmen ja sowieso nicht alles auf.
    Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen wie es sich auf Lenny auswirkt.

    LG Matze
    täglich einen Kuß an meine Patenwellis Horst (Mondenkind) :bestfriend: Bollo und Krümel immer in meinem Herzen.

    Man kann nichts in die Tiere hineinprügeln, aber man kann manches aus ihnen herausstreicheln. (Astrid Lindgren)
    Heute macht er einen flauen Eindruck, also zu rein gar nichts Lust.

    Vögel mit PBF können nach Ausbruch der Krankheit durchaus noch jahrelang ein gutes Leben führen, einziges Handicap: Sie können nicht fliegen, aber dafür verstärken sich ihre anderen Fähigkeiten wie klettern.

    Mir ist leider schon manches Mal durch die Blume gesagt worden, dass man bei Diagnose PBFD den Vogel unbedingt einschläfern lassen sollte. Das halte ich persönlich für falsch. Denn bei richtiger Behandlung, dem Stärken der Abwehrkräfte sind noch schöne Monate ja sogar Jahre drin.

    Manche, die so denken und leichtfertig mit Einschläfern um sich werfen, wissen in meinen Augen nicht, was sie da sagen. Ich bereue keinen Augenblick mit Lenny, ich sehe, wie er sich verhält, wie ein gesunder Wellensittich, nur eben dass er nicht fliegen kann. Sein Sozialverhalten ist normal, er ist ein kleiner frecher Kerl, der sich durchsetzt, spielt und total verfressen ist, zwitschert und turnt.

    So eine Krankheit kann sich der eigene Vogel auch beim TA einfangen, der zuvor (unerkannt) einen Pbfd-Vogel behandelt hat. Und dann geht's am eigenen Kragen. Dann will ich den sehen, der seinen Vogel einschläfern lässt, wenn er nicht mehr fliegen kann, aber sonst munter durch die Gegend turnt.

    Was sagte mir mal jemand aus diesem Forum? Lass sie reden! Die wissen gar nichts. Anscheinend auch nicht, dass sich ein Tierarzt sogar strafbar macht, wenn er ein Tier nur wegen der Diagnose PBFD einschläfert, der sonst keine Organschäden oder Schmerzen hat.
    Liebe Grüße - Siggi
    sowie die Schmachtperlen Olli (4,5), Simon (3) und Taifun (3). Im Herzen: alle meine ehemaligen Wellis (siehe Profil)

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    Ein Nachtrag.

    Gestern habe ich Lenny von seiner Krankheit erlösen lassen.

    Es gibt verschiedene Arten von PBFD. Manchmal wird sogar ein als positiv getesteter Welli irgendwann als negativ getestet. Das ist gut so und bedeutet, dass das Immunsystem die aufkommende Viruserkrankung im Keim erstickt hat. Es kann aber jederzeit wieder ein positiver Test herauskommen. Einmal gerettet heißt nicht immer gerettet.

    Dann gibt es die Vögel, die es direkt schon als Küken von den Eltern bekommen haben, diese werden nicht alt und sterben innerhalb kürzester Zeit.

    Dann wie bei Lenny, die sich irgendwo und irgendwann von irgendeinem Welli (wahrscheinlich in der Voliere, wo ich ihn gekauft habe) angesteckt haben. Das Federkleid ist in Ordnung, nichts deutet auf eine Krankheit hin, aber das Immunsystem ist schwach und so kann sich das Virus bei einem noch schwachen Immunsystem ausbreiten. Das war bei Lenny so, er hat sich höchstwahrscheinlich angesteckt. Da er schon früh, bevor die Krankheit sichtbar ausbrach, unter Angstattacken litt, vermute ich auch, dass er eine Schilddrüsenerkrankung hatte, diese bekommt man oft durch Gifte oder es ist genetisch bedingt und diese Schilddrüsenerkrankung hat wohl das Ausbreiten der Viren begünstigt.

    Aber selbst, wenn PBFD ausgebrochen ist, gibt es Unterschiede, manche Vögel verlieren nur ihre Schwung- und Schwanzfedern, manche fast alle, aber deren Kopf ist noch vollbefiedert, wiederum andere erleiden eine schwere Infektionserkrankung, an der sie schließlich sterben, da PBFD vergleichbar mit HIV/Aids ist, andere bekommen einen weichen oder brüchigen Schnabel und superlange Krallen, der Schnabel fällt oder bricht sogar ab und der Vögel müsste elendig verhungern. Das blieb Lenny zum Glück erspart. Und wiederum andere, das sind die Glückspilze, und vergleichbar mit einem 6er im Lotto, wachsen nachdem sie die meisten Federn verloren haben, wieder ganz normal die Federn nach und sie sind geheilt.

    Lenny hatte aber trotzdem die schlimmste PBFD-Variante, bei der es keine Heilung gab, denn er war vollständig nackt. Und ich habe ihm ständig sein Immunsystem mit extra-Sachen gestärkt. Bei ihm hat das Virus, nachdem er sämtliche Federn eliminiert hatte, die zweite und dritte Schwachstelle herausgepickt, seine Haut und seine Schilddrüse, die zum Ende hin verrückt spielte.

    Er hatte bereits zwei dieser dicken Eiterpickel, die auch nicht platzten, sondern einfach prall blieben. Dann verdickte sich die Haut seines Flügels, erst nur ganz leicht und ich habe es darauf geschoben, dass er wohl seinen Flügel beim Herunterfallen gestoßen hatte, aber dann wurde es immer dicker und jede Schwellung, die von einer Verletzung herrührt, wird auch mal dünn. Seine Schwellung wuchs und an den Rändern wechselte die Farbe ins ockergelbe und die Haut hatte dort eine grobe Beschaffenheit. Da wo die Schwellung noch akut war, sah sie aus wie Leder, wie ein dicker Lappen.

    Der Flügel war dick und drückte deshalb auch auf seinen Körper, was ihm auch wohl nicht ganz angenehm war und Schwierigkeiten bereitete. Er hatte auch die Angewohnheit, sich ganz normal zu putzen, als ob er noch voll befiedert sei. Der spitze Schnabel ist aber nicht dafür gedacht, direkt die Haut zu putzen. Auch steckte er seinen Schnabel beim Schlummern immer in sein nicht vorhandenes Federkleid, weshalb er dort sogar schon eine Kerbe in der Haut hatte. Dann fing er vorgestern an, sich das Xanthom zu beknabbern, besonders die Unterseite des Flügels und ich habe eine kleine Kruste entdeckt. Xanthome bluten aber leicht, da die Haut extrem stark durchblutet ist, Lenny hatte sogar über seinen Rücken verteilt schon Äderchen, die man sehen konnte, wahrscheinlich durch das Gewicht und die Schwellung wohl begünstigt, irgendwann hätte er sich was aufgepickt, und hätte verbluten können. Ja, auch das kommt bei Xanthome vor, dass die Vögel dabei sehr viel Blut verlieren können. Das alles hatte ich im Hinterkopf und ich wollte nicht, dass er so endet.

    Wahrscheinlich litt er auch noch unter einer weiteren gefährlichen Krankheit, die mit "P" beginnt: PDD. Auch diese Erkrankung ist genau wie PBFD unheilbar. Abmagerung trotz Heißhunger und zum Schluss zentralnervöse Störungen, wegen dieser Zuckungen ließ ich Lenny einschläfern, weil die ihn eineinhalb Stunden quälten. Ich habe noch nie einen Vogel so schrecklich zucken sehen, seine Schulter, sein Flügel hob und senkte sich ununterbrochen, also es war ein recht starkes Zucken, da gab es nicht einmal eine kleine Ruhepause. Und trotzdem hatte er Hunger und fraß, aber in einer seltsamen Stellung. Auch das sonst so flinke Klettern war langsamer geworden, durch das ständige Zucken konnte er seine anderen Bewegungen nicht mehr so gut koordinieren.

    Er hat mich gestern angeschaut, als ob er sagen wollte: "Bitte tue was!". Ich habe es getan, weil ich Lenny liebe. Solange er noch am Sozialleben teilnahm, gezwitschert hat und mit seinem Glöckchen spielte und er noch außer Federverlust nichts hatte, sah ich keine Veranlassung, ihn zu erlösen, aber als das mit seinem Flügel anfing und nicht besser wurde, habe ich immer öfter mit dem GEdanken gespielt, ihn erlösen zu lassen. Eigentlich wollte ich ihm noch 1 Woche Zeit geben, weil ich noch versuchen wollte, dass das Xanthom kleiner wird, aber ich denke mal, es war gut so, dass ich nicht noch mehr ausprobiert habe. Er hat genau die Zeit erfüllt, vielleicht ein paar zusätzliche Monate gehabt, die man als Lebenserwartung in Aussicht stellt, wenn PBFD ausbricht. Man sagt im allgemeinen, dass sie dann nur noch 2 Jahre leben nach Ausbruch. Und da Lennys Immunsystem gut gestärkt war, hat sich das Virus eine andere Schwachstelle gesucht.

    Damit ist klar, dass PBFD gar nicht erst ausbrechen darf, es muss in den Anfängen mit Stärkung des Immunsystems bekämpft werden. Und es ist auch leider so, dass 60 % der Wellis infiziert sind, ob die Besitzer jeweils davon wissen oder nicht, sei dahin gestellt, es ist aber eine Seuche, die fast jeder im Bestand haben könnte und nur ein gutes Immunsystem verhindert das Ausbrechen.

    Wenn ihr einen Welli im Zoofachhandel oder auch bei irgendeinem Züchter kauft, könnt ihr nie sicher sein, dass er nicht den Virus in sich trägt. Weil eines der 5 gefährlichen P's fast jeder Züchter im Bestand hat. Psittakose, PDD, PBFD, Polyoma und Pacheco. Lenny hat ihn auch von irgendjemanden erhalten. Das Problem sind verdeckt infizierte Tiere, die diese Krankheit in sich tragen, aber nicht selber erkranken. Und einige Erreger können über lange Zeit sogar Jahre ausgeschieden werden, ohne dass diese Vögel selbst erkranken. Also sitzen wir alle auf einer Zeitbombe.
    Liebe Grüße - Siggi
    sowie die Schmachtperlen Olli (4,5), Simon (3) und Taifun (3). Im Herzen: alle meine ehemaligen Wellis (siehe Profil)

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