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Graupapagei auf Abwegen

      Graupapagei auf Abwegen

      Ich hab grade "Wie seid Ihr auf den Sittich gekommen" gelesen und da fiel mir eine schöne Geschichte aus meiner Jugend wieder ein. Meine Eltern hatten einen Graupapagei "Hanni" und noch einige weitere Papageien, die sie in einer Großvoliere hielten. Die meisten Papageien kamen aus schlechter Haltung und waren glücklich in ihrem zusammengewürfelten neuen Schwärmchen und trotz verschiedener Arten (Kakadu/Aras/Graupapageien und diverse Amazonen) gab es eigentlich nie Stress. Bis Hanni kam, die ließ sich nicht so gut integrieren, sie kam aus einer liebevollen Einzelhaltung (Rentner),die krankheitsbedingt abgegeben werden musste. Herrchen und Frauchen waren Kettenraucher gewesen und mussten beide ins Krankenhaus (aus dem sie nie wieder herausgekommen sind:-( ). Na, Hanni vertrug sich null mit den anderen Vöglein, und meine Mutter entschied, sie in der Wohnung zu halten, "zumindest bis sie nicht mehr so abscheulich nach Rauch stinkt".

      Hannilein war aber auch ein schlauer Vogel und plapperte sich dermaßen in unsere Herzen, dass wir sie für den Rest ihres leider nicht mehr so langen Lebens (sie starb wie ihre früheren Besitzer an Krebs) im Wohnzimmer behielten. Wenn Hannilein langweilig wurde, ließ sie das Telefon klingeln (das hatte sie so perfekt drauf, dass wir nie wußten, ob es das echte Telefon war oder sie - und so moderne Dinge wie Funktelefon hatten wir damals noch nicht- wir mußten also immer reinrennen) und wurden mit einer dreckigen Lache (original mein kleiner Bruder) empfangen. Sie saß gern auf unseren Schultern und richtete uns die Haare, sie legte sich gerne rückwärts(!) auf den Schoß und ließ sich wie ein Hündchen kraulen. Sie war- entschuldigung Hundebesitzer - schlauer als jeder Hund und lustiger als jedes andere Haustier.

      Meine Mutter ging sechs Wochen in die Kur, mein Vater versorgte die anderen Vögel, aber Hanni war nun ein bisschen einsam, denn meine Brüder waren im Urlaub und ich lebte da grade bei meinem Ex- Freund (jetzt Mann:-) und seinen Eltern, da wir uns beide intensiv auf unsere Uniabschlussprüfungen vorbereiteten. Mein Schwiegervater war selbständiger Homeoffice Mann, meine Schwiegermutter Hausfrau. Sie stimmten widerstrebend zu, Hannilein für eine gewisse Zeit zu sich zu nehmen - aber Vögel hielten sie für ziemlich seltsame Haustiere.
      Hannilein begrüßte meinen Schwiegervater mit, "Na, du kleiner Vogel?" - da war das Eis schon gebrochen. Er gab ihr Erdnüsse und sie belohnte ihn mit ihrer ganz besonderen Freundschaft und saß praktisch den ganzen Tag auf seiner Schulter - beim Arbeiten, beim Kochen, auf's Klo hat er sie glaub' ich nicht mitgenommen:-) Er hatt sich sogar (ganz Ingeniuer) eine Vorrichtung für seinen Rücken gebastelt, mit der man ganz einfach die Vogelkacke sofort nach Entstehung entsorgen konnte :thumbsup:

      Eines Tages saß ich draußen auf der Terrasse im Schatten und paukte Mittelenglische Literatur , als er raus kam und mich fragte ob ich denn einen Kaffee wollte, er würde sich grad einen machen. Ich erschrak: "Du weißt aber schon, dass der Vogel noch auf Deiner Schulter sitzt?" "Oh, na da geh ich doch am besten gleich wieder rein!" Er versuchte ganz ruhig zu bleiben, aber Hanni hatte gemerkt, dass wir beide erschrocken waren und - flog davon.

      Au weia! Wir riefen und liefen ihr hinterher, aber zunächst haben wir sie nicht gefunden. Meine Schwiegerleute, mein Mann und ich verbrachten Stunden durch's Dorf laufend - aber keine Spur von Hanni. Als wir wieder auf der Terasse saßen und uns überlegten, was nun zu tun sei, klingelte plötzlich aus einem nahegelegenen Baum unser Telefon, mit der anschließend frechen Lache von meinem Bruder. Wir schnappten uns den Käfig, und stellten uns unter den Baum und riefen mit Engelszungen nach dem kleinen Hannilein, die uns jedoch nur mißtrauisch beäugte und sich keinen Hops von ihrem neugefundenen Ast wegtraute. Schließlich rief ich meinen Vater an, der eine lange Leiter und einen Erdnußvorrat mitbrachte. Er kletterte auf den hohen Baum (bestimmt so 7-8 Meter) und oben angekommen lockte er Hanni mit einer besonders großen Erdnuß zu sich, packte sie sich unters Hemd und kletterte wieder runter.


      Hanni verbrachte noch diverse "Urlaube" bei meinen Schwiegerleuten und sorgt bis heute für ganz viele "Weißt Du noch?" Momente bei Familientreffen.

      Wenn ich mal Rentnerin bin, will ich auch Graupapageien....
      Die wichtigste Mahlzeit des Tages ist der Clown.
      ich hab mich köstlich amüsiert :) tolle Geschichte
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      Alles zum Thema Patenwelli (Stand 17.09.2017)
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      Puh, die Geschichte kann ich mir ganz gut vorstellen. Toll, dass ihr den Papagei so schnell wieder ins Haus bekommen habt.
      Die Nachahmung finde ich auch klasse. Ich durfte einige Zeit ein Graupapageipärchen versorgen, das konnte die Stimmen aller Familienmitglieder ganz genau. Da hätte ich mich auch wegschmeißen können. Sie kommandierten sogar den Hund herum - und der Hund hörte. :D
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