Wie decken wilde Wellensittiche bei lang anhaltender Trockenheit ihren Vitaminbedarf ?

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    Wie decken wilde Wellensittiche bei lang anhaltender Trockenheit ihren Vitaminbedarf ?

    Wilde Wellensittiche ziehen sich instinktiv in die trockendsten Gegenden des australischen Outbacks zurück, solange sie dort Futter vorfinden.

    Sie leben dann weit ab von ihren Brutgebieten in ganz unwirtlicher Umgebung, wo Menschen auf sich allein gestellt nicht mal überleben können.

    Während der nicht seltenen, jahrelang andauernden Trockenheit haben sie ihren Stoffwechsel verändert und auf diese Bedingungen abgestellt.

    Wie decken die Wellensittiche während dieser Perioden ihren Vitaminbedarf ?

    Darum soll es bei der Diskussion in diesem Thema gehen.
    gregor443
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    Wissenschaft ist - Was Wissen schafft !

    "Nichts in der Biologie macht Sinn außer im Licht der Evolution!" Th. Dobzhansky

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." A. Einstein
    Noch ein wenig der Vorrede.

    Wellensittiche leben die bei weitem überwiegende Zeit ihres Lebens in solcher Trockenheit.

    Ihr Stoffwechsel hat sich im Verlaufe der Evolution genau darauf spezialisiert.

    Deshalb besitzen Wellensittiche in der "nichtgrünen" Zeit ihres Lebens sogar einen eigens darauf abgestellten, minimalistischen Stoffwechsel.

    Mit einsetzenden "grünen" Bedingungen beginnt der Wellensittich mit der Fortpflanzung und hat dann einen ganz anderen, einen veränderten leistungsfähigeren, aber auch selbstverschleißenden Stoffwechsel.

    Die Übergangsphasen dazwischen sind vom Stoffwechsel her noch einmal anders - es sind die von der "Hochzeitsmauser" oder auch von der "Großmauser" geprägten Zeiten der Entgiftung des Körpers.

    Der Wellensittich ist deshalb schon unter den Papageien ein absoluter Ausnahmevogel, der seinesgleichen sucht, was seine Ernährung außerhalb der Fortpflanzung anbetrifft.

    Mit unseren einheimischen Vögeln kann man seine Bedürfnisse ebensowenig vergleichen, wie mit den meisten anderen Papageien.

    Das ist für jeden Wellensittichhalter wichtig zu wissen.

    Ganz besonders dann, wenn der Halter kein Züchter ist.

    Man kann es grob gesehen, auch ganz einfach ausdrücken:


    Keine Fortpflanzung ===> der Wellensittich braucht "nichtgrüne Bedingungen" mit dem dazugehörigen abgespeckten Stoffwechselfunktionen der Trockenzeit, um gesund zu bleiben.

    Zucht (Fortpflanzung) ===> der Wellensittich braucht "grüne Bedingungen" mit zusätzlichen Stoffwechselfunktion, um seinen Nachwuchs aufzuziehen - und nur dafür !!



    Unter beiden Maßgaben gedeiht der Wellensittich ! - aber die "grünen" Bedingungen führen zu enormen körperlichen Verschleiß.


    Die Natur des Wellensittichs ist dabei so eingerichtet, dass Wellensittiche ihre Brutfreudigkeit über den Zustand körperlicher Erschöpfung hinaus beibehalten und nur durch Krankheit oder Tod davon ablassen.

    Sie erschöpfen sich für die Erhaltung ihrer Art, auch weil "grüne" Bedingungen nur selten in ihrem Leben vorkommen.

    Genau das passiert auch zwangsläufig in der Gefangenschaft, wenn man "nicht brütende" Wellensittiche unter "grünen" Bedingungen hält.

    Sie verschleißen sich und werden zwangsläufig krank und sterben vor der Zeit !!


    Wer um diese physiologischen Besonderheiten des Wellensittichs weiß und diese entsprechend bei der Haltung seiner Vögel berücksichtigt, der wird auch gesunde und damit alte Tiere besitzen.


    Trotzdem braucht der Wellensittich natürlich auch in der längsten Trockenheit eine Versorgung mit Vitaminen.

    Nun kann sich sicher der eine oder andere sicher schon denken, wie diese zustande kommt ....


    gregor443
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    Was verstehst du unter "grüne Bedingungen"?
    Wellensittiche fressen in ihrer Heimat Mitchellgras, Spinifexgras, Wildhafer, Kanariengras und einige Hirsesorten, das alles in unterschiedlicher Entwicklung von halbreif bis vollreif. Trockene Samen wie auch welche im milchigen Stadium.

    Und nicht nur das, sie fressen auch eine ganze Reihe von Blättern, Knospen und die Rinden. Sogar Holzkohle fressen sie.

    Ihren Vitaminbedarf decken sie dort über diese Greens... den Mineralstoffbedarf über das Wasser, welches sie trinken. Im Wasser sind auch Pollen enthalten, die ebenfalls wertvoll sind. Sie nehmen auch tierisches Eiweiß auf, in dem sie kleinste Insekten verspeisen.
    Liebe Grüße - Siggi
    sowie die Schmachtperlen Olli (5) und Taifun (3). Im Herzen: alle meine ehemaligen Wellis (siehe Profil)

    Sittiche.de - Wellensittich ABC
    Facebook: facebook.com/wellensittiche/

    Siggi schrieb:

    Was verstehst du unter "grüne Bedingungen"?
    Wellensittiche fressen in ihrer Heimat Mitchellgras, Spinifexgras, Wildhafer, Kanariengras und einige Hirsesorten, das alles in unterschiedlicher Entwicklung von halbreif bis vollreif. Trockene Samen wie auch welche im milchigen Stadium.

    Und nicht nur das, sie fressen auch eine ganze Reihe von Blättern, Knospen und die Rinden. Sogar Holzkohle fressen sie.

    Ihren Vitaminbedarf decken sie dort über diese Greens... den Mineralstoffbedarf über das Wasser, welches sie trinken. Im Wasser sind auch Pollen enthalten, die ebenfalls wertvoll sind. Sie nehmen auch tierisches Eiweiß auf, in dem sie kleinste Insekten verspeisen.



    Unter "nichtgrün" verstehe ich tatsächlich das Aussehen der Vegetation, soweit eine solche noch vorhanden ist.

    Zur Trockenzeit gibt es nichts Grünes!

    Wellensittiche fressen dann die ausgefallenen Samen von der Oberfläche oder sich im trockenen Samenstand befindlichen Samen von Mitchellgras, Spinifexgras, ect.

    Halbreifes oder gar noch milchiges gibt es in der Trockenzeit nicht mehr !!

    Auch grüne Blätter und Knospen gibt es da nicht. Ebensowenig genießbare Rindenbestandteile.

    Holzkohle, wie auch Magenkiesel und Erden werden nicht gefressen, sondern nur von den Tieren aufgenommen.

    Diese Stoffe werden aber nicht verdaut.

    In der Trockenheit gibt es auch keine großen Greens !

    Selbst die Restwasserstellen sind dann in der Regel ohne Vegetation oder diese besteht nur noch aus sehr ausdauernden Halophyten.

    Von letzteren sind ausdauernden Arten für den Wellensittich nicht nutzbar.

    Der Mineralstoffbedarf wird über salzige Restwässer und über die Aufnahme von Erden bestritten. Das dient aber nicht unmittelbar der Ernährung und auch nicht der Vitaminversorgung.

    Pollen in Restwässern sind bedeutungslos, weil so gut wie nicht vorhanden. (Abscheidung an den Rändern der Gewässer, soweit überhaupt vorhanden; dann Austrocknung!)

    Tierisches Eiweiß nehmen Wellensittich nur unter "grünen" Bedingungen auf, in dem sie z.B. kleinste Insekten verspeisen.

    Aber in der Trockenzeit sind keine Insekten vorhanden.

    Allerdings steht ab und an tierisches Eiweiß aus Kadavern anderer Tiere oder eigener Artgenossen zur Verfügung. Dieses wird aber zur Trockenzeit nicht verzehrt.

    Ganz anders unter grünen Bedingungen - denn da wird das Fleisch und anderes Eiweiß toter Artgenossen vollständig verzehrt.

    Selbst das Fleisch andere toter Tiere wird dann von Wellensittichen sehr gern gefressen.

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    Es bleibt damit nur eine einzige Quelle für die erforderlichen Vitamine übrig ===> die trockenen Samen dürrer Gräser oder die trockenen Samen einiger weniger anderer, bereits vertrockneter Bodendecker.

    Und dies ist für den Wellensittich scheinbar vollkommen ausreichend über Monate und Jahre unter solch extremer Trockenheit.

    Denn Vitaminmangelerscheinungen wurden bei verschiedenen Wildtieren im Outback nie beobachtet.

    Scheinbar bedarf es eines kleinen Wunders, um sich das alles zu erklären ..... ?



    (Fortsetzung folgt!)
    gregor443
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „gregor443“ ()

    Bevor die Diskussion darüber weiter gehen kann, woher der Wellensittich bei anhaltender Trockenheit seine Vitamine bekommt, sollten wir erst einmal abklären:

    Welche Vitamine benötigt der Wellensittich überhaupt ?

    und

    Was passiert, wenn er zu viel oder zu wenig von diesen Vitaminen aufnimmt?





    gregor443
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    Wellensittiche benötigen, wie die meisten höheren Lebewesen folgende Vitamine:

    Vitamin A
    Vitamine B (komplex)
    Vitamin B12
    Vitamin C
    Vitamin D
    Vitamin E
    Vitamin K (komplex)

    Der Zusatz: (komplex) soll bedeuten, das es sich hierbei jeweils um einen ganzen Komplex von Viatimen handelt.
    Um die Vitamine B1, B2, B3, B4, B5, B6, B7 und B9 beim Vitamin B (komplex) sowei die Vitamine K1, K2, K3 beim Vitamin K (Komplex).

    Die Vitamine A, D, E, K (komplex) sind fettlösliche Vitamine, alle anderen sind wasserlöslich.

    Ohne in die Details zu gehen, ist jede Über-, wie auch jede Unterversorgung mit Vitaminen schädlch für den Organismus.

    Was den Wellensittich in Gefangenschaft anbetrifft, leiden die Tiere kaum an einer Mangelversorgung mit Vitaminen, aber häufig an einer Überversorgung !!


    Wie decken wilde Wellensittiche nun auch bei lang anhaltender Trockenheit ihren Vitaminbedarf?

    Beginnen wir mit dem Vitamin A.

    Was meint Ihr dazu?
    gregor443
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    gregor443 schrieb:

    Wilde Wellensittiche ziehen sich instinktiv in die trockendsten Gegenden des australischen Outbacks zurück, solange sie dort Futter vorfinden.

    Schon des ersten Satz finde ich etwas unglücklich formuliert.
    "ziehen sich zurück"? Ich weis du argumentierst gerne mal dem Prädatorendruck (oder Konkurrenzdruck), aber eher ist es eine Sache der möglichen Nahrung die dort vorhanden ist.
    Für Tiere zählt vorrangig eine Sache: Nahrung. Dann Wasser und danach kommt Fortpflanzung.

    Futter ist im Outback lange vorhanden (auch über Trockenzeiten hinweg) und für den WS in einer für entsprechenden "Qualität", aber das Futter ist weniger der Schlüsselfaktor sondern eher das Wasser.
    Selbst wenn WS noch salzhaltiges Wasser vertragen, wenn dieses nicht verhanden ist oder eine selbst für den WS unverträgliche Salzkonzentration übersteigt, verlassen die WS die Gegend oder sterben. Da ist das Futterangebot dann recht egal.

    Ansonsten stimmen ich mit dir in einigen Punkten der übermäßigen Grünfütterung überein.

    Wellensittiche sind hochspezialisierte Körnerfresser und keine Obst-, Gemüse- oder Kräuterfresser.
    Ich persönlich halte von dieser Grünfütterung nicht viel. Dann lieber Quell- oder Keimfutter.

    Obst bekommen meine WS gar nicht (Zuckergehalt), lediglich mal Möhren (und selbst die haben schon fast zuviel Zucker) und ausreichend Vogelmiere während der Brutzeit. Zudem reichlich Quell- und Keimfutter. Aber wie gesagt nur in der Brutzeit.

    Nur weil WS es fressen muss es ihrer Ernährungsphysiologie nicht gerade zuträglich sein. Man kann auch Hunde vegan ernähren. Genau.

    parblue schrieb:


    Schon des ersten Satz finde ich etwas unglücklich formuliert.
    "ziehen sich zurück"?


    Hallo parblue !

    Damit magst Du zum Teil recht haben.

    Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass Wellensittiche außerhalb der Fortpflanzung von sich aus die "grünen" Gebiete Australiens meiden.

    Ich denke, dieses Verhalten ist ihnen instinktiv vorgegeben.

    Mit besten Grüßen
    gregor443
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    Hallo Gregor,

    ich finde Deine Beiträge sehr interessant, für einen Neuling in der Wellihaltung aber auch teilweise verwirrend

    gregor443 schrieb:


    Wie decken wilde Wellensittiche nun auch bei lang anhaltender Trockenheit ihren Vitaminbedarf
    Beginnen wir mit dem Vitamin A.
    Was meint Ihr dazu?


    Ich bin keine Naturwissenschaftlerin, beantworte Deine Frage zu Vitamin A also einfach mal so ;)
    entweder reicht ihnen das im Körnerfutter enthaltene Vitamin A oder sie können es selbst produzieren
    bzw speichern

    bin gespannt...
    Liebe Grüßle Seppi und Pauli und Marion
    Pitti im Herzen

    parblue schrieb:

    Nur weil WS es fressen muss es ihrer Ernährungsphysiologie nicht gerade zuträglich sein. Man kann auch Hunde vegan ernähren. Genau.


    Den Vergleich finde ich nicht ganz gelungen und gleichzeitig ganz interessant. Natürlich sind Hunde auf Fleisch angewiesen und dieses sollte den größten Teil ihrer Ernährung ausmachen, aber Hunde nehmen als opportunistische Carnivoren durchaus auch pflanzliche Nahrung zu sich, um ihren Bedarf an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien zu decken. Die Mischung beider Ernährungsformen ist entscheidend.
    Nur, wenn man hauptsächlich oder gar ausschließlich Obst, Gemüse und Kräuter anbieten würde, wäre das das Äquivalent zu einem Hund, der vegan ernährt wird. Im Umkehrschluss könnte man auch argumentieren, dass Wellis ausschließlich von trockenem Körnerfutter zu ernähren das gleiche wäre, wie einem Hund ausschließlich Fleisch anzubieten, ohne jede pflanzliche Komponente.
    Es grüßen Miriam und die Flug-Dinos Joschi, Echo, Ciel, Clarice, Ban und Ginji
    In freier Natur müssen Wellensittiche mit dem auskommen, was sie finden. ROBILLER beschreibt in seinem "Handbuch der Vogelpflege - Band 2" das Leben der Wellensittiche in den trockenen Arealen Australiens.
    Die Wellensittiche brüten und vermehren sich, solange sie Wasser haben. Herrscht eine lange Zeit Dürre, wandern sie ab. Dann werden noch nicht flügge Wellensittichkinder zurückgelassen. Die hohe Reproduktionsrate gleicht die hohe Verlustrate durch unwirtliche Lebensbedingungen aus.

    Die Vitaminversorgung in dieser Zeit ist das geringste Problem - zahlreiche Wellensittiche verdursten.


    Vitamin A ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe von lebenswichtigen fettlöslichen chemischen Stoffen. Sie können einmal aus der Nahrung (Grünzeug, Karotten) aufgenommen werden oder aber aus Vorstufen - Provitaminen - umgewandelt werden.
    Da die Vitamine A fettlöslich sind, kann man sie nicht über das Trinkwasser verabreichen.

    Unsere Wellensittiche beziehen die Vitamine A aus dem Grünzeug und aus Gemüsesorten. Freilebende Wellensittiche werden ebenfalls Grünzeug aufnehmen, um ihren Vitaminbedarf zu decken.



    Das ist schon ein interessantes Thema. Nur eine Sache beschäftigt mich immer wieder. Warum gibt es eigentlich so unterschiedliche Meinungen und Auffassungen? Und warum heißt es erst, so ist das okay, nach einiger Zeit ist das Wissen wieder überholt und wenn dann wieder etwas Zeit vergeht, ist das erste wieder richtig.

    Genau das gleiche Thema findet doch gerade in Bezug auf Übergewicht statt. Ein wenig Hüftgold ist okay, dann wieder nicht, dann sind die Schlanken die Gesunden, dann wieder die etwas Fülligeren. Warum ist das so?
    Liebe Grüße - Siggi
    sowie die Schmachtperlen Olli (5) und Taifun (3). Im Herzen: alle meine ehemaligen Wellis (siehe Profil)

    Sittiche.de - Wellensittich ABC
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    Siggi schrieb:

    Warum ist das so?


    Wissenschaft ist kompliziert. Manches lässt sich eindeutig errechnen oder beobachten, aber in anderen Bereichen spielen so viele Variablen eine Rolle, dass es unmöglich ist, eine konkrete Antwort zu finden. Beim Thema Gewicht z.B. ist es oft schwierig, sämtliche Faktoren in Betracht zu ziehen, wie Lebensstil, Genetik und Umwelteinflüsse. Ist jemand, der einen langsamen Stoffwechsel hat und dadurch einige Pfunde "zu viel", sich aber ansonsten ausgewogen ernährt, Sport treibt, psychisch stabil ist und auf Genussmittel verzichtet, weniger gesund als jemand im gleichen Alter, der ebenfalls zu Übergewicht neigt, aber dieses durch strikte, einseitige Diäten und Rauchen in Schach hält? Was bedeutet "gesund" in diesem Zusammenhang überhaupt? Gesundheit hat viele Aspekte, von den Chromosomen bis zum Immunsystem, und ein Faktor, der einen gesundheitlichen Aspekt positiv beeinflusst, bedeutet in einem anderen Bereich womöglich ein Risiko.

    Und was in der Humanmedizin gilt, ist auch in der Tiermedizin nicht anders. Jede Entscheidung in der Wellensittichhaltung, von der Unterbringung bis zur Ernährung, ist letztendlich nur ein Abwägen von Risiken und Vorteilen.
    Ein großer Schwarm bietet Sicherheit und Geborgenheit, aber auch die Möglichkeit von Konflikten und ein erhöhtes Ansteckungsrisiko gegenüber der Paarhaltung. Naturholz ist gut für die Fußmuskulatur und die Krallen, aber auch schwieriger zu reinigen als Plastik oder Rundholz, was Bakterien und Schimmel einen guten Nährboden bieten kann. Frischfutter bietet Abwechslung und eine bessere Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, aber bringt auch Risiken mit sich, wie z.B. Pflanzentoxine oder auch die erhöhte Anzahl von Keimen im Vergleich zu reinem Trockenfutter.
    Eine 100% optimale Lösung kann es nicht geben, bestenfalls eine Annäherung daran.
    Es grüßen Miriam und die Flug-Dinos Joschi, Echo, Ciel, Clarice, Ban und Ginji
    Wissenschaft ist ein kontinuierlicher Prozess.
    Es werden Experimente gemacht und die Ergebnisse der Experimente werden möglichst sorgfältig interpretiert.
    Wenn ein Experiment geglückt ist und gewissenhaft ausgewertet und die Ergebnisse nicht überinterpretiert werden, dann ist das Ergebnis nach einer Veröffentlichung und Eingang in Lehrbücher Bestandteil des Wissens.
    Wenn die Forschung voranschreitet, dann gibt es neue Aspekte - oft war dieses bei unserem 1. Experiment nicht vorhersehbar.
    Unser 2. Experiment kann dann das 1. Experiment bestätigen oder modifizieren - völlige Widerlegung kann auch auftreten.

    Beispiel: Mendel-Regeln: Sie galten viele Jahre als Grundstock der Vererbung.
    Auch heute noch sind sie wichtig, aber durch die Fortschritte in der Genetik modifiziert.


    Zum Thema Gewicht: Es gibt keine genormten Versuche für den Menschen, daher kann man nur Studien an "nicht-genormten" Probanden durchführen.
    Es werden zwar Versuche mit Mäusen durchgeführt, die genetisch identisch sind und bei denen man nur den Parameter Ernährung verändert. Aber oft passen die Schlussfolgerungen nicht vollständig.

    Beim Thema Gewicht verdient auch eine ganze Industrie an Abnehmartikelchen.
    Wenn hier angeblich "geforscht" wird ist das "marketing" und keine seriöse Forschung.

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