Kleine Literaturstudie zum Thema „Ernährung – Früher und Heute“

    Ja, das liest sich nach Lipomen. Gerade deshalb fand ich es ja interessant weil man hier viel davon liest, sprich wirklich viele Wellis das haben. Im nächsten Absatz auf S. 106 werden auch die bösartigen Tumore angesprochen, die aber überwiegend an anderer Stelle auftreten wie Hals und Unterleib.

    Das mit den Wechseljahren hatte ich in den anfänglichen Beiträgen auch schon mit erwähnt, zumal mir das bei Wellis nicht so bewusst war. In Verbindung mit den Lipomen ist der Unterschied des Alters ja nicht so gering bzw. decken sich die Zeiten da (Wechseljahre 4 bis 6, Lipome 5 bis 7).

    In Menschenjahre umgerechnet kommt es tatsächlich hin - aber auch bei Menschen ist es unterschiedlich. Meine Oma ist z. B. mit 35 schon rein gekommen. Wären laut Siggis Berechnung ungefähr 3,5 Jahre beim Welli.
    LG Nijadoo und die Süßen
    Deckt sich mit meinen Erfahrungen, mit den kritischen Jahren; bei meinen Schweinchen zwischen 6 und 8 Jahren.
    Entweder starben meine Wellis sehr früh - nach wenigen Wochen/Monaten - oder dann eher ab dem 6. oder 7. Lebensjahr.
    Deshalb bin ich immer heilfroh, wenn sie mal 2 Jahre auf dem Buckel haben, weil dann bei mir erst mal nix mehr mit Sterben ist.
    Ab dem ca. 7. Lebensjahr schlagen dann leider die Tumore zu ...
    Fussel ist jetzt auch schon über 6 Jahre, weshalb ich langsam wieder in den "Panik-Modus" verfalle ...
    Frei nach Goethe: Zum Schweine drängt / am Schweine hängt / doch alles! :welli:
    >>> Fussel ist jetzt auch schon über 6 Jahre, weshalb ich langsam wieder in den "Panik-Modus" verfalle ...

    Das kann ich verstehen, insbesondere wenn du da schon Erfahrungen gemacht hast. Aber ich muss zugeben, dass ich mir auch Gedanken mache seitdem ich so viel gelesen habe. Ich werde aber versuchen, da irgend einen Mittelweg zu finden und hoffen, dass es richtig ist.

    Denke, dass es ähnlich ist wie bei der Kindererziehung. Viele versuchen alles richtig zu machen, irgendwas läuft immer falsch - Ursache mag an den Eltern oder auch an den Kindern liegen. Wenn man es ganz genau nimmt, dürfte man keine Wellis halten. Dann ist man auf der ganz sicheren Seite :pfeif:
    LG Nijadoo und die Süßen

    Cockatoo schrieb:

    Leider hat es sich schon "ausgefusselt"... schnief... ;( :abschied:

    Was hast du mich jetzt erschrocken !!! Habe direkt mal in den entsprechenden Forenbereich geschaut. Zwar ist das natürlich ebenso traurig, aber in dem Fall meintest du sicher das Fusselchen von mockingjay?
    LG Nijadoo und die Süßen

    Nijadoo schrieb:

    aber in dem Fall meintest du sicher das Fusselchen von mockingjay?



    Huch, oh ja...mein Fehler. (Wir haben/hatten 2 Fussels?!?.....)
    Da sieht man mal wieder...mir sind zwar die Namen der Wellis geläufig...aber dann hörts auf.
    (Kann mir jemand ein Medikament zur Gedächtnisunterstützung empfehlen?)
    Ganz großes Sorry, @daskleinemibschi Mea maximal culpa....das tut mir total leid. So ein blöder Fehler...(ich hätte gern ein Smiley, was sich mit einer siebenschwänzigen Katze geißelt...)

    Viele Grüße, Cockatoo

    These: Wellis sind fliegende Nagetiere. Sie machen nichts kaputt, sondern prüfen lediglich das Material auf Tauglichkeit: Schnabel/Krallen schärfen, Fressbarkeit, Höhlenbau.

    Cockatoo schrieb:

    ich hätte gern ein Smiley, was sich mit einer siebenschwänzigen Katze geißelt...

    Hahaha jetzt musste ich laut lachen :lach: :groehl:
    Bei mir sind einige so zwischen 3 und 4 Jahren gestorben.. :( die meisten eigentlich.
    Es grüßen Juli & die 8 Mainzer Spatzis



    † Cristina, Juliet, Lemon, Helena, Damien, Beni, Amor † .. für immer im ♥.

    Nameless schrieb:

    Bei mir sind einige so zwischen 3 und 4 Jahren gestorben.. :( die meisten eigentlich.

    Das ist natürlich traurig. Ich glaube aber nicht, dass es unbedingt was mit (falscher) Ernährung zu tun haben muss - egal ob bei dir oder bei anderen Wellihaltern. Vielleicht hängt es mit der in den Büchern genannten "kritischen" Zeit zusammen, die auch mal früher eintreten kann. Aber man denke z. B. mal an deine Cristina Maus. Sie war ja (wahrscheinlich) vorher schon krank, als sie zu dir kam. Viele haben Abgabewellis aufgenommen und man kann nicht wissen, was mit ihnen früher so passiert ist.

    Habe gestern angefangen das Buch von Birmelin/Wolter (1990) zu lesen. Im Vorwort beginnt es damit, dass Wellis in der Obhut des Menschen zwischen 10 und 15 Jahre alt werden können, die meisten aber nicht älter als 5 Jahre werden. Darauf folgt, dass sich Ornithologen und Verhaltensforscher in den letzten 10 Jahren mit der Frage beschäftigt haben woran das liegt. Dabei wurde festgestellt, dass die Lebensgewohnheiten der Wellis noch immer weitestgehend von den wilden/natürlichen Verhaltensweisen in Australien bestimmt werden. In den nächsten Sätzen wird als Begründung zunächst als Haltungsfehler erwähnt, dass einzeln gehaltene Wellis aufgrund des fehlenden Schwarms und der wenigen Flugmöglichkeiten diese Lebensbedingungen nicht erfüllt bekommen.

    Zwar bewegt sich ein Welli im Haus sicher nicht so ausgeprägt wie in freier Natur, aber bei den meisten wird er mit mindestens einem Partner und stundenlangem freien Flug im Zimmer gehalten. Also kann das doch nicht die Ursache heute mehr sein? Zumal haben sich die Forscher zu Zeiten des Buches bereits 10 Jahre lang damit beschäftigt. Also auch schon in den 70ern/80ern - heißt für mich, auch damals sind Wellis schon früh gestorben! Aber eine offizielle Studie ist mir bisher immernoch unbekannt, würde mich interessieren... Bin auch mal gespannt, ob an späterer Stelle im Buch noch mehr dazu kommt und werde es dann berichten.
    LG Nijadoo und die Süßen
    Cristina war aber schon älter, zumindest sagten das die Vorbesitzer. Aber ja, sie war höchstwahrscheinlich schon krank, genau wie Amor damals. Die anderen hatten Tumore, Damien hatte Megas und bei Helena weiß ich es bis heute nicht, was es war. Wahrscheinlich der Kummer um Damien's Tod... ;( :( ;( Juliet wurde ja 8.
    Viele unserer Wellis haben sehr viel Freiflug, ja. Aber einige nutzen es auch nicht, werden faul und hocken den Großteil des Tages in der Voli rum (wie zB. meine Louisa). In freier Wildbahn werden sie natürlich zum Fliegen und zur Bewegung gezwungen. Denke, das spielt auch sehr da rein.
    Es grüßen Juli & die 8 Mainzer Spatzis



    † Cristina, Juliet, Lemon, Helena, Damien, Beni, Amor † .. für immer im ♥.

    Nameless schrieb:

    Viele unserer Wellis haben sehr viel Freiflug, ja. Aber einige nutzen es auch nicht, werden faul und hocken den Großteil des Tages in der Voli rum (wie zB. meine Louisa). In freier Wildbahn werden sie natürlich zum Fliegen und zur Bewegung gezwungen. Denke, das spielt auch sehr da rein.

    Ja das spielt sicherlich sehr da mit rein, insbesondere bei den eher "flugfaulen" Wellis. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Vögel in einer Außenvoliere z. B. bei Züchtern viel mehr fliegen. Auch für die Ausstellungen werden sie dann entsprechend immer - auch wenn es nur für eine begrenzte Zeit ist - in einem Schaukäfig gesetzt wo keine Flugmöglichkeit besteht. Das hatte ich auch in den Büchern gelesen, wo z. B. auch empfohlen wurde das in den Wintermonaten zu machen (Dezember), wo die Mauser rum ist und der Vogel sein volles Federkleid besitzt. Ich weiß, es geht nicht um den Welli der gezüchtet oder zur Ausstellungszwecken genutzt wird. Die Frage "Warum sterben Wellis früher" bezieht sich mehr auf die "gehaltenen" Wellis. Und da wird in dem Buch von Birmelin/Wolter eben zu Beginn schon auf die Einzelhaltung eingegangen, wo der Welli kaum bis garkeine Flugmöglichkeiten bekommt weil der Halter es nicht will.

    Aber wenn das eben genannte Buch im Vorwort schon so beginnt, dann bin ich mal auf die restlichen Seiten gespannt. Denn mit diesem Buch soll der Halter darüber informiert werden, was er tun kann, um die Lebensbedingungen und entsprechend das Alter der Wellis zu erhöhen. Das Kapitel Ernährung kenne ich ja schon und das hatte ich im Eigangspost auch mit erwähnt. Ich erhoffe mir Antworten auch aus anderen Bereichen, vielleicht lässt sich da etwas zusammenstellen...
    LG Nijadoo und die Süßen
    Nachtrag zu meinem letzten Beitrag: Ob Heimwellis, Zuchtwellis, Schauwellis ... bei keinem dieser Tiere - abgesehen von denen, die wirklich in freier Natur gehalten werden (es gibt in Radtke ein Beispiel aus England) kann jemals ein natürlicher, optimalster Flug ermöglicht werden. Auch wenn das also eine mögliche Ursache für frühen Tod der Wellis ist, würde man in den Büchern nicht noch weitere und andere "Tipps" schreiben, wie man dem Welli mehr Jahre schenken kann. Genau das ist mir nämlich rätselhaft und ich bin wie bereits gesagt gespannt, ob sich des Rätsels Lösung noch irgendwo im Buch findet...

    @TeddyS Allein die Tatsache, dass der Mensch sich den Wellensittich aus Australien massenweiße importiert hat spricht gegen die Natur. Theoretisch dürfte man keine "wilden" Tiere im Hause halten, dann gäbe es auch die Probleme und Fragen nicht. Aber, es ist nun mal so und damit muss der Mensch jetzt klarkommen bzw. einen guten Kompromiss finden, wie er mit der Situation umgeht und entsprechend seinen Tieren ein sp naturnahes Leben wie möglich bieten.
    LG Nijadoo und die Süßen
    Eben. Das ist wieder so ne Grundsatzdiskussion... Es ist unnatürlich für alle Tierarten, sie daheim in der Bude zu halten, natürlich. Aber dafür ist es einfach zu spät...
    Deswegen habe ich für mich persönlich die Konsequenz gezogen, diesen Fakt als gegeben zu akzeptieren und stattdessen an anderer Stelle anzusetzen; nämlich Wellis (oder auch andere Tiere, wenn ich mal andere halten werde) zu nehmen, die man nicht mehr will. So tut man den Tieren was gutes, die ohnehin schon da sind und eventuell ohne einen wirklich fies dran wären... So bin ich mit mir selbst und meiner Haltung im Reinen. Dazu kommt natürlich eine so artgerechte Haltung, wie mir möglich ist. Das heißt 24 Stunden Freiflug im größten mir verfügbaren Zimmer. Das ist das Maximum, was ich zu geben habe.
    Und ich denke, meine Kleinen fühlen sich recht wohl :)
    Bin gespannt Nina, was du noch herausfindest. Spannender als Tatort hier ;) müsste auch dringend wieder VIEL MEHR lesen.
    Es grüßen Juli & die 8 Mainzer Spatzis



    † Cristina, Juliet, Lemon, Helena, Damien, Beni, Amor † .. für immer im ♥.
    "Unnatürlich" ist ja nicht unbedingt schlecht. Für einen wilden Wellensittich wäre es ganz natürlich, im Nest von den Eltern zurückgelassen zu werden, als Raubvogel-Snack zu enden oder sich mit noch nicht einmal einem Jahr zu Tode zu brüten, weil die Bedingungen gerade gut und Wellis darauf programmiert sind, so viel Nachwuchs in so kurzer Zeit wie möglich zu produzieren, auch auf Kosten der eigenen Gesundheit.
    Inwiefern das artgerechter ist als in menschlicher Obhut zu leben, ist in erster Linie eine philosophische Frage (auf die lediglich die "netten" Leute von der Organisation mit den vier Buchstaben und deren Konsorten eine konkrete Antwort zu haben glauben ...)
    Ich persönlich kann nur sagen, dass Wellis in guter Haltung auf mich einen recht zufriedenen Eindruck machen, auch wenn dieses Leben nicht ihrer Natur entspricht.

    Neben Ernährung und Bewegung gibt es jedenfalls mit Sicherheit noch dutzende von Faktoren, die zur Lebenserwartung beitragen, z.B. Stresslevel, Umweltgifte, Klima (Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Temperaturschwankungen), Hygiene ... Ich bin sehr gespannt.
    Es grüßen Miriam und die Flug-Dinos Joschi, Echo, Ciel, Clarice, Ban und Ginji

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    So :) Ich bin mit dem Buch zwar noch nicht ganz durch, aber den ersten Teil sowie das Wichtigste habe ich gelesen und zusammengestellt.

    Bei dem Buch "Wellensittiche" von Immanuel Birmelin und Annette Wolter handelt es sich laut der Info im Vorwort um die Erstversion des bekannten Werkes "GU-Mein Wellensittich". Wie im Eingangsbeitrag erwähnt ist das Buch laut Recherchen von 1993 - während im Einband selber keine Datumsangabe vorhanden ist. Laut den Angaben in den jeweiligen Texten ist aber zu erkennen, dass sich dieses Werk auf den Wissensstand der 70er/80er Jahre und älter beruht.

    Im Eingangsbeitrag hatte ich aus dem Buch bereits das Kapitel "Ernährung" zusammengestellt. Da jedoch auch weitere Ursachen als die Ernährung Gründe für das frühzeitige Sterben von Wellis sein können, bot sich das Buch von Birmelin/Wolter deshalb zum weiterlesen an, weil im Vorwort nämlich genau dies angesprochen wird. Hier zunächst einmal die genauen Angaben aus dem Vorwort, die ich neulich schon mal angedeutet hatte:

    Birmelin/Wolter (1993): Wellensittiche; Seite 5 schrieb:

    Obwohl Wellensittiche in der Obhut des Menschen eine Lebenserwartung von 10 bis 14 Jahren haben, werden nur wenige älter als fünf Jahre. Woran liegt das? Was machen wir falsch bei der Wellensittichhaltung?

    Ornithologen und Verhaltensforscher, die sich in den letzten zehn Jahren eingehend mit dieser Frage beschäftigt haben, stellten fest, dass die Lebensgewohnheiten des domestizierten Wellensittichs noch immer weitgehend von der Verhaltensweise bestimmt werden, die er von seinem australischen Vorfahren geerbt hat. Wildlebende Wellensittiche leben in großen Schwärmen und legen bei der täglichen Nahrungssuche in raschem, ausdauernden Flug riesige Strecken zurück. Daraus ergibt sich, dass ausreichende Flugmöglichkeit und ständiger Kontakt mit Artgenossen zu den elementarien Lebensbedürfnissen des Wellensittichs gehören. Unsere Wellensittiche dagegen werden meist alleine gehalten - häufig ohne genügend Zuwendung von ihrem "Ersatzpartner Mensch"; die wenigsten dürfen in der Wohnung frei fliegen. Viele Wellensittichhalter wußten es bisher nicht besser. So konnten sich trotz wissenschaftlicher Erkenntnis Vorurteile halten wie: Nur ein einzeln gehaltener Wellensittich würde handzahm werden und sprechen lernen. Oder: Wellensittiche als Heimtiere haben von sich aus kein Bedürfnis nach ausgiebigem Freiflug.

    Das GU Wellensittich Buch räumt mit diesen und anderen falschen Vorstellungen in Sachen Wellensittichhaltung auf.

    Hmm... also zunächst war ich dann doch enttäuscht, dass die eingehenst gestellte Frage dann doch nicht genau beantwortet wurde. Gut, es hängt mit der Verhaltensweise des Ur-Australiers zusammen und sie brauchen ausreichenden Flug und Kontakt mit Artgenossen. Somit hätten wir einen ersten Anhaltspunkt. Dass dies aber durch den Menschen bei Einzelhaltung von Wellis nicht bedacht wurde, soll neben weiteren falschen Vorurteilen in de Buch aufgeklärt werden. Aber was ist jetzt die Antwort auf die Frage?

    Also habe ich einfach mal weiter gelesen. Mir gefällt, wie ausführlich am Anfang (ab Seite 6) darauf eingegangen wird, welche Überlegungen vor der Anschaffung eines Wellensittichs bedacht werden müssen. Ob ein Welli überhaupt ins Leben passt. Dass der Welli im Idealfall 12 bis 14 Jahre alt wird und man solange Verantwortung für ihn hat. Flugmöglichkeiten, Gefahrenquellen, Urlaubsbetreuung, andere Haustiere, Wellis sind KEINE Geschenke usw. Es wird auch intensiv darauf eingegangen, dass man keinen einzelnen Welli halten sollte. Und wenn dies dennoch gewünscht ist, darf ein Welli niemals lange alleine gelassen werden und muss immer Zuwendung bekommen. Ideal sei es, ihm spätestens nachdem er zahm geworden ist, ihn mit einem Artgenossen als Partner glücklich zu machen.

    Nun gibt es eine Aussage, die mich irritiert hat - wo man in dem Buch doch eigentlich mit Vorurteilen aufräumen will: Man darf kein nicht Männlein und Weiblein als Pärchen halten, da sie in jedem Fall brüten werden. Okay ... stattdessen soll man entweder zwei Hähne oder zwei Hennen vereinen. Zu letzterem steht nirgends etwas davon, dass sich die Hennen bekriegen könnten oder es zu Streitereien kommen kann. War das damals noch nicht beobachtet worden? Gab es tatsächlich nur Einzelwellis? Weiter steht nur, dass bei gleichgeschlechtlichen Paaren einer irgendwann den Gegenpart annimmt, sodass vom Verhalten her einer m und einer w ist. Jedenfalls könnte man als zweiten Anhaltspunkt jetzt annehmen, dass die Haltung von Pärchen die nicht brüten dürfen/können deshalb nicht gut ist, weil Wellis durch die Unterdrückung des Paarungs-/Brutverhaltens krank werden könnten. Aber ist das bei Gleichgeschlechtlern dann nicht auch so? Zwei Hähne können sich zwar gegenseitig füttern und anbalzen, aber mehr nicht? Und zwei Hennen können, wenn sie sich gut vertragen, auch anbalzen und in Brutstimmung geraten aber niemals würde was passieren. ??? Des Weiteren wird empfohlen, mehrere Paare bzw. einen kleinen Schwarm nur dann zu halten, wenn man vor hat zu züchten. Warum? Wird nicht genau erklärt...

    Ab Seite 14 geht es dann weiter mit der Eingewöhnung des Wellensittichs, wenn man ihn dann angeschafft hat. Da sich die Autorin gegen Einzelhaltung geäußert hat, aber trotzdem immer nur den einzelnen Welli beschreibt (wenn er usw.), gehe ich mal davon aus, dass es nur der Einfachheit und besserem Verständnis diente und damit durchaus auch mehrere Vögel gemeint sein können. Damit ich nicht alles Mögliche erwähnen muss, denn vieles ist den meisten aus eigener Erfahrung bekannt, nochmal kurz die beiden Anhaltspunkte:

    1. Anhaltspunkt: Zu wenig Flugmöglichkeiten, kein Kontakt zu Artgenossen (z. B. in Einzelhaltung)
    2. Anhaltspunkt: Pärchen, die paaren/brüten wollen und es nicht dürfen, könnten krank werden

    Es gibt noch einen 3. Anhaltspunkt auf Seite 53: Ursachen, die bei der Zucht liegen! Die große Beliebtheit des Wellis hat auch ihre Nachteile, z. B. den Standard Welli. Dieser ist ein von Menschen geschaffenes Idealbild eines Wellis, der nichts mehr mit dem wilden Welli zu tun hat. Und immer wenn quantitative Zuchterfolge Vorrang haben, dann leidet darunter oft die nötige Sorgfalt und die gesunde Entwicklung des Wellis wird vernachlässigt. Dazu zählen auch Bewegungsmangel, unzureichende Unterbringung , einseitige Ernährung, fragwürdige Transporte usw. Als Ergebnis habe man dann einen wunderschönen Vogel, der von der Jugend an vielfach für schwere Erkrankungen disponiert sind. Somit kann es vorkommen, dass Wellis jahrelang gesund sind und fit wirken, und dann plötzlich krank werden. Also eine weitere Bestätigung, dass bei unsorgfältiger Zucht die Wellis bereits von "Haus aus" krank werden können! Natürlich trifft das nicht auf jeden Züchter zu, aber eben auf diejenigen, die nicht sorgfältige auf die gesunde Entwicklung Acht geben oder sich nicht gut genug auskennen.

    Ebenfalls auf Seite 53 geht es weiter mit einer Auflistung von Pros und Contras in Bezug auf die Vorsorge/Gesunderhaltung des Wellis:

    PRO:
    • Vielseitige Nahrung in ausreichend bemessener Menge (darunter auch Grünfutter und Obst, wie im Erst-Beitrag dieses Thema bereits aufgelistet)
    • Obst und Gemüse immer frisch und chemisch unbehandelt
    • Körnermischung darf nicht verdorben, faulig oder überlagert sein
    • Sauberes, frisches Trinkwasser, das nicht zu kalt sein darf; oder stilles Mineralwasser / Vogeltrank aus dem Zooladen
    • Häufig frische Naturäste (alle 6 bis 8 Wochen) zum benagen und zur Fußgymnastik
    • Täglich, ausreichend Flug- und Bewegungsmöglichkeiten
    • Gut belüfteter Raum
    • Peinlichste Sauberkeit aller Gegenstände, mit denen der Welli in Berührung kommt
    • Wellis in Einzelhaltung niemals stundenlang alleine lassen!
    CONTRA:
    • Plötzliche Temperaturschwankungen (Raumwechsel, Transport, Zugluft)
    • Faulige oder verdorbene Nahrung
    • Menschennahrung wie gewürzt, gesüßt, fetthaltig, alkoholhaltig
    • giftige Zimmerpflanzen
    • Pralle Sonne
    • Schlecht gelüftete Räume, Nikotin, ätzende Dämpfe, starke Gerüche
    • Alleine lassen
    Die folgenden Kapitel behandeln ErsteHilfe bei Unfällen, welche Krankheiten bekannt sind und was man tun kann und dann geht es über in den zweiten Teil, von Birmelin, über Zucht, Verhalten und Wellis in Australien.

    FAZIT: Die eingehende Frage wurde nicht ausreichend / zielgenau beantwortet. Und wenn doch, dann gibt es nicht nur eine Ursache, sondern mehrere!


    Es gibt noch ein paar Infos, die ich interessant fand aber darüber schreibe ich morgen oder nachher noch etwas.
    LG Nijadoo und die Süßen

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    Nijadoo schrieb:

    ...Nun gibt es eine Aussage, die mich irritiert hat - wo man in dem Buch doch eigentlich mit Vorurteilen aufräumen will: Man darf kein nicht Männlein und Weiblein als Pärchen halten, da sie in jedem Fall brüten werden. Okay ... stattdessen soll man entweder zwei Hähne oder zwei Hennen vereinen. Zu letzterem steht nirgends etwas davon, dass sich die Hennen bekriegen könnten oder es zu Streitereien kommen kann. War das damals noch nicht beobachtet worden? Gab es tatsächlich nur Einzelwellis?...

    Es gibt da mehrere Aspekte die vielleicht zur Erklärung beitragen.

    Zum einen wird hier immer von 2 Vögeln gesprochen und nicht mehr.
    Ein Männchen und ein Weibchen sind in der Regel irgendwann bestrebt sich zu vermehren, insbesondere wenn ein reichhaltiges Nahrungsangebot vorliegt und ne dunkle Stelle findet sich alle Mal. Nicht umsonst gelten WS als (sehr) leicht vermehrbar.
    In einer größeren Gruppe hingegen verteilen sich täglichen Umwerbungsaktionen auf mehrere/alle Mitglieder. Sicherlich werden sich vermeintliche Pärchen im Schwarm finden, aber die entsprechende "Ruhe" zur Aufnahme des Brutgeschäftes ist in der Regel dann nicht gegeben.Eine erfolgreiche Zucht aus dem Schwarm heraus ist nur dann möglich, wenn mehr als ausreichend Platz vorhanden ist. In der Regel brüten dann aber auch nicht alle WS.

    (Züchtende Paare eine Zuchtpause zugönnen ist oft erst recht nicht einfach.
    Früher setzten Paare selbst nach der 3. Brut ihr Brutgeschäft in den gemeinschaftliche Überwinterungsvoliere fröhlich fort, was es zu unterbinden galt. Im Frühjahr wenn die Tage länger wurden, wurde bereits fröhlich begattet was das Zeug hielt und jede Lücke wurde durch die Weibchen "abgecheckt", obwohl der Start der Brutsaison noch Wochen in der Ferne lag. Eine Henne legte sich eigens eine selbstgegrabene/-genagte Höhle in einem morschen Baumstumpf an.
    Kurzum: Die einzige Möglichkeit allen Tiere ausreichend Ruhe zugönnen, war es die Geschlechter außerhalb der Brutzeit getrennt zu halten.)

    Ich selbst rate meistens auch von 2 Weibchen ab. ABER das hat nichts damit zu tun, dass diese untereinander unverträglicher sind.
    Das Problem besteht eher darin, dass das Verhalten der Weibchen, meiner Ansicht nach, deutlich schwieriger zu diffenrenzieren und einzuschätzen ist.
    Ein heftiges Hacken einer Henne auf eine andere sieht deutlich "brutaler" aus als ein intensives Anbalzen zweier Hähne untereinander. Im Gegenteil, dass Balzen der Hähne wirkt eher sogar noch unterhaltsam.
    Einziger Vorteil der Hähne ist, dass das Balzverhalzen mMn "ritualisiert" ist um gerade körperliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.
    Das Erregungspotential ist bei den Hähnen in dieser Situation aber weitaus höher als bei den Hennen überhaupt!
    Kurzum geraten Hähne ernsthaft aneinander ist es nach meinen Erfahrungen deutlich gefährlicher.
    (Einzige Ausnahme bilden hier die Streitereien von Hennen um eine Nistmöglichkeit. Da sind die Damen dann echt nicht fein. Das sollte aber in der Regel bei "Nur-Haltern" nicht vorkommen.)
    Hennen untereinander sind schwerer einzuschätzen als Hähne, aber nicht unverträglicher.

    Neu

    Was mal eine Überlegung bezüglich der Abnahme der Lebenserwartung wert wäre, wäre die grundsätzliche, rassebedingte Zunahme von Größe und Gewicht des WS.
    Wenn man sagt früher waren die WS gesünder ist das so eine Sache, aber mit Sicherheit waren sie im Durchschnitt kleiner als heute.

    Was man bei Hunde-, Kaninchen- und Pferderassen erkennen kann, ist, dass mit Zunahme von Größe und Gewicht ein Abnahme der Lebenserwartung einher geht. (Ausnahme bestätigen auch hier die Regel.)

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