Kleine Literaturstudie zum Thema „Ernährung – Früher und Heute“

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    MachiaWelli schrieb:

    Ich bin jetzt in der Zucht nicht besonders versiert, aber wird nicht eigentlich ein großer Schwarm empfohlen, um die Brutfreudigkeit zu stimulieren?

    Die Frage läßt sich mit einem klaren "Ja, aber" beantworten.
    Wen die Rahmenbedingungen stimmen kommt ein Schwarm eher in Brutstimmung als ein einzelnes Paar. Eine erfolgreiche Brut aller WS im Schwarm ist aber praktisch kaum möglich.
    MIt "Ruhe" meinte ich eher den fehlenden körperlichen Zugriff anderer WS.
    Kurzum: Körperliche Nähe anderer WS nicht gut. Mehrere Paare in in geringer Hörweite gut.
    (Über zusätzlichen Sichtkontakt kann ich nix sagen.)

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    Vielen Dank @parblue für deine Erläuterungen :)

    Das Kapitel "Zucht" habe ich in diesem Buch erstmal ausgelassen, weil mich zunächst das Kapitel "Australien" mehr interessiert hat. Im Buch von Radtke und den anderen Werken (Rutgers) habe ich dafür aber einiges gelesen und erinnere mich an einige Parallen in Bezug auf Trennung der Geschlechter. Ich glaube, dass war auch in Bezug auf die Paarbildung ganz gut, damit sich z. B. auch mal andere Farbschläge untereinander "mischen"? Jedenfalls diente es dazu, dass nicht immer gleichen Paare brüten sondern die Partner wechseln. Aber bis auf Gelesenes kenne ich mich mit Zucht auch nicht aus, daher freue ich mich über deine Erfahrungen, die du hier mit einbringst.

    "Hahn oder Henne?" ist ja meistens die Frage auch hier im Forum, wenn ss darum geht einen neuen Partner für einen gehaltenen Welli zu finden. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass sich Hennen nicht vertragen und raten davon ab. Es gibt allerdings auch Hennen, die sich super vertragen. Auch davon wird berichtet. Freundschaft unter Hähnen ist den Meisten als friedlich bekannt. Allerdings ist die Konstellation m und w durchaus ebenso geläufig, ohne dass es jemals Brutversuche gegeben hat.

    Ich selber kann aus eigener Halter Erfahrung beitragen, dass bei 2 Hennen und vier Hähnen der kleine "Schwarm" gut miteinander auskommt. Es gibt ein Paar, dass aber keine Brutabsichten hat (der Grund ist sicherlich die fehlende Ruhe, wie du beschrieben hast). Der verpaarte Hahn ist aber schon mal "in Stimmung" gekommen und die andere Henne war interessiert. Er allerdings mehr an dem Bällchen, auf dem er dabei turnt :D Natürlich ist diesbezüglich beobachten, aufpassen und im Falle der Fälle rechtzeitig reagieren angesagt. Aber seit fast 3 Jahren nun (anfangs waren sie noch zu zweit) ist - toi toi toi - alles in Ordnung.

    Bereits beim Kapitel "Ernährung" fiel mir schon auf, dass das Buch ausführlicher hätte sein können. Vielleicht war es aus damaliger Sicht völlig ausreichend, aber heute fehlen Angaben. Daher wunderte mich, dass gerade betont wird, m und w würden in jedem Fall brüten. Genau das war damals nämlich - zumindest bei meinen Eltern und deren Bekannten - der Grund für die Einzelhaltung. Auf die Idee von zwei Hähnen oder zwei Hennen kam man gar nicht. Und es fehlen einfach die Gründe, warum gerade das empfohlen bzw. davon abgeraten wird. Das kann man heute nur spekulieren oder die Autoren dazu befragen. Mich interessiert jetzt auch die aktuelle Auflage, bekannt als "GU Mein Wellensittich". Steht das dort immer noch so?

    Die Frage ist auch, ob man fehlende Brut/Vermehrungsmöglichkeiten als Grund für den Rückgang der Lebenserwartung ansehen kann?

    Gewicht und Größe wird mMn sicher eine Rolle spielen, genau wie Flug-/Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten...
    LG Nijadoo und die Süßen

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    Erst einmal vielen Dank für die schöne Aufarbeitung!

    Dieses Buch habe ich mir gekauft, als es neu auf dem Markt war.
    Aus damaliger Zeit betrachtet war es revolutionär, weil es mit einigen falschen Vorstellungen in der Vogelhaltung aufräumte.
    Aus heutiger Sicht fehlen natürlich Informationen, und manches stimmt auch nicht mehr völlig oder müsste zumindest neu diskutiert werden. Ein Buch ist eben eine Momentaufnahme des Wissensstandes der Zeit.
    Ein Pärchen schreitet nicht zwangsläufig zur Brut, aber wenn Brutauslöser vorhanden sind (Brutkasten als Schlafkasten angehängt am Käfig) dann wird es eventuell zur Brut schreiten.

    Mein Züchter separiert die zur Zucht angesetzten Pärchen so, dass sie die anderen hören und sehen können.
    Das steigert die Motivation zur Brut und Aufzucht.

    Zur Ernährung fand ich das Buch damals sehr ausführlich, heute gibt es aktuellere Futterlisten.
    Was optimal ist, ist nicht wirklich erforscht, daher muss letztendlich jeder Halter selbst überlegen, welches Futter und wieviel er anbietet.

    In der neueren Literatur - z.B. "Mein Wellensittich", G&U, 2011, hat BIRMELIN sehr viel ausführlicher über die Fütterung von Wellensittichen geschrieben. Hier gibt es auch Tipps für die Beschäftigung mit den Wellensittichen im Schwarm und das Beibringen von Tricks.

    Das Nachahmen der menschlichen Sprache wird von ihm auch analysiert: Der sprechende Wellensittich ahmt die menschliche Sprache nach, weil er einsam ist. Normalerweise würde er die "Schwarmsprache" nachahmen, wenn er einen Schwarm hätte.

    Das Buch von 2011 ist auch für Anfänger in der Wellensittichzucht lesenswert, da Birmelin aus der Sicht des Züchters auch auf die Problematik hinweist.

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    Hallo ihr Lieben,

    vielleicht interessiert euch das. Im Arndt Verlag ist ein Sonderheft über Ernährung für Papageien und Sittiche erschienen. Ich halte es gerade in den Händen. Die Autoren sind vogelkundige Tierärzte und Biologen und teilweise recht namhaft wie z.B. Dr. Bürkle, Dr. Reinschmidt, Dr. Britsch, Dr. Manderscheid, Dr. Kummerfeld uvm. Zum Inhalt kann ich noch nichts sagen, aber ich bin schon sehr neugierig auf die einzelnen Artikel.
    So ich verkrieche mich mal - ich muss jetzt lesen.
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    Liebe Grüße
    Marlene mit Blümchen Lotte, Jannik, Finn, Lotti, Kallie, Jonna und immer mit im Herzen meine Regenbogenwellis

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    Also es gibt hier allgemeine Artikel wie
    Calciumergänzungen in der Ziervogelfütterung,
    Extrudate/Pellets oder Sämereien - was ist das richtige Futter?
    Vitamin D bei Papageien
    Vitamin-A-vergiftung bei Papageien.
    Hygienestatus von Früchten sowie Kein- und Kochfutter
    Diätische Maßnahmen bei Leber- und Nierenerkrankung
    Flüssigkeitsaufnahme bei Papageien
    Es gibt jeweils einen Artikel zu Graupapageien, Aras, Kakadus und Amazonen. Die anderen Artikel sind allgemein gehalten. Wie sehr auf Wellensittiche eingegangen wird, kann ich noch nicht sagen.

    PS. Oh du meintest Sittiche allgemein. Das Heft ist zumindest als Sonderheft für die Ernährung von Papageien und Sittichen angekündigt.
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    Liebe Grüße
    Marlene mit Blümchen Lotte, Jannik, Finn, Lotti, Kallie, Jonna und immer mit im Herzen meine Regenbogenwellis

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    Dir auch Danke für die ergänzende Meinung @Tweety-19 :)

    Jetzt bin ich aber wirklich neugierig und überlege, mir das neuere GU noch zu besorgen. Das wäre auch ein schöner Vergleich.

    Apropos Vergleich: Abgesehen von der Ernährung wie zu Beginn des Themas schon geschrieben, gibt es so Einiges was man zwischen den einzelnen Büchern vergleichen kann. Ohne zurückzublättern, ich glaube es war im Radtke zu lesen oder sogar in Rutgers? Dass in Australien mal Kropfuntersuchungen gemacht wurden und dabei auch Insekten gefunden wurden? Im Birmelin von 1993 steht im Kapitel über Wellis in Australien drin, man habe nie einen Welli dabei beobachtet, dass er Insekten bzw. tierische Nahrung aufnimmt. Hmm... da spekuliere ich jetzt einfach mal: Die Insekten waren vielleicht durch Zufall darin? Aus Versehen aufgenommen worden? Birmelin schreibt nämlich auch, dass in Australien die Bruthöhlen in den Bäumen von Insekten wie z. B. Ameisen den Kot der Jungtiere "reinigen". Und wenn ein Welli Gräser beknabbert, könnte wahrscheinlich auch mal eine Ameise dabei sein, oder? Ich finde es interessant, denn wenn dem so ist, dass Wellis keine Insekten aufnehmen, dann hat man früher falsches Aufzuchtfutter hergestellt :D ...naja, schädlich war/ist es wohl nicht ?

    Und was ich gestern nicht mehr geschafft hatte noch aufzuführen war z. B.:
    • Wolter ist entgegen der Meinung von Biologen und empfindet den Spiegel nicht als schlimm/schädlich (1993)
    • Sie bestätigt in dem Buch, dass ältere Wellis, liebevoll und geduldig behandelt, durchaus auch zahm werden können
    • Birmelin schreibt, dass es ca. 21 verschiedene Pflanzenarten sind, die Wellis in Australien zu sich nehmen und die es hier so nicht gibt. Er nennt aber nur die 4 wichtigsten, und zwar:
    • Astrepla lappacea, Astrepla pectinata, Atriples angulata, Boerhavia diffusa
    LG Nijadoo und die Süßen