Wellensittiche krankheitsanfällig?

Kennst du schon unsere Facebook Gruppe? Wellensittich und Sittich Club
hier klicken...
  • Hallo,


    ich spiele schon seit Längerem mit dem Gedanken, Wellensittiche bei mir einziehen zu lassen. Doch je mehr ich mich mit Besitzern unterhalte, desto mehr habe ich das Gefühl dass es ziemliche Glückssache ist, nicht Dauergast beim Tierarzt zu werden. Auch hier habe ich nun gelesen, dass so einige Krankheiten wohl ziemlich weit verbreitet sein sollen.


    Als ich Kind war galten Wellensittiche eigentlich immer als robuste kleine Clowns mit recht hoher Lebenserwartung. Doch das scheint sich (durch Überzüchtung?) geändert zu haben.


    Ist es denn nun wirklich so? Sind Wellensittiche anfällig für Krankheiten und man muss schon viel Glück haben, um sich jahrelang ohne Tierarztbesuche an ihnen zu erfreuen - oder täuscht dieser Eindruck?

  • Ich denke schon, dass Wellensittiche mittlerweile durch Überzüchtung anfälliger geworden sind für Krankheiten. Gleichzeitig hat sich aber auch die Haltung und die Untersuchung von Wellensittichen (vogelkundige Tierärzte) mit der Zeit geändert und vermutlich ist man einfach auch aufmerksamer und erkennt beim Wellensittich Krankheiten eher als damals. Mit einem guten vogelkundigem Tierarzt kann man einige der Krankheiten aber auch gut behandeln. Was wohl relativ häufig vorkommt sind Tumoren. Es wird aber sicherlich immer noch sehr viele Wellensittich geben die gesund sind. Mal liest und hört ja meistens eher von negativen Sachen als von positiven. Ist in den Medien so, genauso wie bei diversen anderen Sachen auch. Wenn du wirklich Wellensittiche möchtest, dann erfülle dir deinen Traum. Sorge gut für die süßen, bleib aufmerksam und gehe im Krankheitsfall zu einem vogelkundigem Tierarzt. Dann wird das schon :)

  • Ganz ehrlich?
    Ja, sind sie... Ich hatte von 2012 bis 2016 wirklich mal "Ruhe" - zumindest insofern, dass keiner gestorben ist. Zum Ta musste ich trotzdem immer wieder mal (Maja muss seit 2012 regelmäßig der Schnabel gekürzt werden, Krümel hatte Probleme mit ihrer zu hohen Knochendichte, Yuki wurde ein Mal ordentlich in den Schnabel gebissen und 2015 hat Jerry leider einen Hodentumor bekommen). Davor habe ich 2011 Lordi (nicht ganz 6 Jahre alt) verloren, nachdem er nach monatelangen nächtlichen Erbrechen ein Jahr ganz gut gelebt hat, 2012 musste ich Puschek (5 Jahre alt) wegen eines Hodentumors erlösen lassen. 2016 ist Jerry (5 Jahre alt) dann leider an seinem Hodentumor gestorben.
    Und im März diesen Jahres musste ich dann leider auch noch Krümel (10 Jahre alt) wegen einer riesigen Leber und dadurch Wasser in der Lunge und Yuki (5 Jahre alt) wegen eines inoperablen Tumors in der Kloake erlösen lassen... ;(
    Ich habe auch noch jüngere (und einen älteren) Welli verloren, aber bei ihnen waren es blöde Umstände (wahrscheinlich Zinkvergiftung, eine entflogen während ich im Urlaub war...) - sie hätten eigentlich älter werden können. ;(
    Mit Pio und Maja musste ich auch noch mal zum Ta - Pio war zum Glück nur sehr von der Mauser mitgenommen und Maja hat wohl Schilddrüsenprobleme, die wir jetzt aber im Griff haben (sie hatte Atemgeräusche). Immerhin sind meine verbliebenen 3 jetzt auch schon recht alt geworden (Maja ist ca. 9,5; Fynni 8 (und tatsächlich hat er den Ta bisher nur zum Eingangs-Check vor 5,5 Jahren gesehen!) und Pio 5 3/4).


    Nicht so anfällig sind wohl Nymphies - aber ich möchte die kleinen süßen bunten Piepser trotzdem nicht missen!

  • Ich glaube schon, dass Wellis heute krankheitsanfälliger sind als früher. Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Inzucht, Zucht auf bestimmte ästhetische Merkmale hin ohne Rücksicht auf das Wohl der Tiere, unsachgemäße Vermehrung sowohl bei Privatleuten (besonders seit dem Wegfall der Zuchtgenehmigung) als auch von Leuten, die auf Profit aus sind und das im großen Niveau machen, wobei nicht auf Hygiene, tierärztliche Betreuung, angepasste Ernährung, eine geeignete Umgebung etc. geachtet wird, weshalb es ganz schnell zu Mangelerscheinungen, Verletzungen, Missbildungen und Ansteckungen mit verschiedensten Krankheiten wie Polyoma, PBFD, Macrorhabdiose etc. kommt ...


    Das Risiko ist also schon da und mit sowas muss man leider rechnen.


    Trotzdem sind Wellensittiche ganz wunderbare Tiere und ich würde sie nicht missen wollen :) Selbst Wellis, die aufgrund ihres Gesundheitszustands besonderer Pflege bedürfen sind oft noch sehr lebenslustige Gesellen und jeden Cent und jede Minute wert, die man in sie investiert.
    Ich habe hier z.B. eine etwas ältere Henne mit Arthrose und einer Wirbelfehlstellung sowie einen jungen Hahn, der aufgrund schlechter Haltung etwas schwächlich ist, einen Hahn im besten Alter, der vor Kurzem eine schwere Krankheit hinter sich hatte, jetzt aber wieder quietschfidel ist, und zu guter Letzt eine kerngesunde junge Henne. Die zwei Sorgenpiepser und der Welli, den ich schon einmal fast verloren hätte, sind drei absolute Ulknudeln, die ich sehr liebe und die auch alle mehr oder weniger zutraulich sind, während die gesunde eher gemütlich drauf ist und mit mir nicht viel anfangen kann (ich liebe sie natürlich trotzdem so sehr wie die anderen auch :love: )


    Risiken hat man letztendlich mit jedem Haustier. Am meisten kommt es darauf an, ob man zu Tieren im Allgemeinen und zu der Spezies im Besonderen einen Draht hat und ob die Tierhaltung einem genug zurückgibt, dass man eventuelle Schicksalsschläge und schwierige Zeiten überstehen kann, ohne auszubrennen.

  • Ich kann meinen Vorschreibern nicht mehr viel hinzusetzen. MachiaWellis Ansichten treffen ziemlich genau auch meine Sicht.
    Ich denke auch, dass allgemein die Krankheiten bei Welli zunehmen und es wirklich Glückssache ist, einen gesunden Welli zu bekommen. NIchtsdestotrotz zaubern diese Wesen einem immer ein Lächeln ins Gesicht.

  • Dieses Thema enthält 15 weitere Beiträge, die nur für registrierte Benutzer sichtbar sind, bitte melden Sie sich an um diese lesen zu können.