Eine Wellinachtsgeschichte.

  • Das Wellinachtswunder

    Es ist Nacht im tief verschneiten Welliwald, wo die Hauptdarsteller
    unserer Wellinachtsgeschichte leben. Alles ist still, denn unsere
    kleinen Freunde, die Baumhauswellis, schlummern noch ganz friedlich auf
    ihren Schlafplätzen. Doch plötzlich hört man das Knarren von Schnee – es
    ist Santa Welli auf seinem Snowboard und bringt Geschenke für alle
    Wellis, die artigen und auch für die weniger artigen…



    Als nun der Wellinachtsmorgen anbrach und die kleinen Baumhauswellis aus ihren Träumen erwachten, flatterten sie auch gleich voller Spannung umher, denn wie alle kleinen Wellis wissen sie, dass Santa Welli in der Wellinacht Geschenke bringt. Julius und Ginko entdeckten sofort den neuen Designer-Kokosnuss-Essplatz. „Juhu!“, rief Julius, „Dann müssen wir uns ja nicht immer um die drei Plätze an unserer Kokosnuss-Napfschaukel streiten!“ Ginko stimmte ihm zu: „Genau, hier kann man nämlich niiiieee in Ruhe essen!“



    Auch an das leibliche Wohl hat Santa Welli natürlich gedacht und leckeres Futter mitgebracht.



    Als Festtagsmenü gab es dann Fenchelfilet mit Karöttchen und natürlich leckere Körnchen. Besonders Julius war ganz und gar angetan von dem Fenchel, er schwärmte von dem herrlichen Anis-Aroma. Felix war ebenfalls so begeistert, dass er sich sogar mit dem Fenchel einpafümierte, vermutlich um seinen Schatz Ginko mit dem Duft zu betören.



    Nach dem Essen begab man sich gemeinsam auf den Wellibaum, wo Julius sofort ein weiteres Geschenk entdeckte – eine Wellywoodschaukel!



    Und damit nicht genug, es befand sich sogar noch eine Portion Nachtisch für jeden darin! Doch wie es bei Wellis oft so ist, geriet man über den Nachtisch in Streit:



    Als der Nachtisch nun verspeist war und die erhitzten Gemüter sich wieder beruhigt hatten, begann man den geschmückten Wellibaum zu bewundern. Wie jedes Jahr ist er liebevoll von der Federlosen dekoriert worden. Plötzlich rief Tacitus Romeo ganz aufgeregt: „Da, seht! Dort hängen neue Wellinachtsbaumkugeln mit unseren Gesichtern drauf!“



    „Tatsächlich, oh wie wunderschön sie sind!“, stellte Felix fest und
    war außer sich vor Freude. Auch die anderen kamen aus dem Schwärmen
    nicht mehr heraus. „Meine ist die Allerschönste!“, dachte sich Tacitus
    ohne es auszusprechen, denn die anderen waren auch sehr, sehr schön. „Da
    ist ja auch eine neue Kugel mit Justus drauf!“, sagte Johnny ganz
    aufgeregt, dabei lief ihm sogleich ein Tränchen über seinen Wangenfleck.
    Oh wie sehr ihn das freute, vermisst er seinen lieben Freund Justus
    doch immer noch schrecklich.


    Am Nachmittag schaute dann Onkel Robin auf einen Besuch vorbei, er
    wohnt ganz in der Nähe und wollte ein paar frohe Wellinachtsstunden mit
    seinen Freunden verbringen.



    Der erste Wellinachtstag ging zu Ende und nach dem Abendkörnchen
    begab sich jeder auf sein Schlafplätzchen, ganz ohne Gerangel,
    schließlich ist Wellinacht. Ach wenn es doch nur beim Essen auch so
    zivilisiert zugehen würde! Na da kann man nichts machen…


    Ginko flüsterte noch ein Weilchen mit Johnny über den Tag und
    darüber, wie schön es wäre, wenn Justus wieder bei ihnen sein könnte.
    „Gerade an Wellinacht sollten wir alle wieder vereint sein, sonst ist es
    gar kein richtiges Wellinachten“, sagte Johnny wehmütig zu seinem
    Freund Ginko. „Ja, genau. Was wir brauchen, ist ein Wellinachtswunder!“
    Oh lieber Santa Welli, schick uns den Justus vorbei – es ist doch
    Wellinacht! Bitte, bitte, bitte!!! Mit diesem Gedanken schliefen sie
    dann auch ein.


    Am nächsten Morgen – es war der zweite Wellinachtstag – flogen sie
    allesamt hoch oben auf das Aussichtsseil, allen voran Ginko und Johnny.
    Sie wollten dort oben Ausschau halten, erinnerten sie sich doch beide an
    ihren verspäteten Wellinachtswunsch; vielleicht hatte Santa Welli es ja
    noch auf dem Weg zum Wellipol gehört. Man wartete, schrabbelte, balzte
    und tippelte auf dem Seil hin und her, wobei Johnny und Ginko nur für
    einen klitzekleinen Moment ihren Wunsch vergaßen. Und in diesem
    winzigkleinen Moment passierte es – Justus saß zwischen ihnen und
    begrüßte sie mit weit ausgestreckten Flügeln! Das Wellinachtswunder,
    also doch! Alle jubelten und umarmten ihren Freund, auch Felix, Julius
    und Tacitus, die Justus ja nur aus den Erzählungen der anderen beiden
    kannten, stürmten auf ihn zu. Hach welch ein Freudentaumel, ja, die
    Wiedersehensfreude war unermesslich. Johnny liefen schon wieder Tränchen
    über die Wangenflecken. Und schon begannen auch die Fragen aus ihnen
    herauszusprudeln: „Wo warst du denn?“, wollte Ginko wissen und fügte
    hinzu „Wir haben dich vermisst!“. „Wo hast du denn die goldenen Flügel
    her, die sind ja chic, sind die von Karl Hirsefeld?“, fragte Felix, der
    sich sehr für schöne Federkleider interessiert. „Was, du bist jetzt
    Flugkapitän bei der Australian Air im Hirsehimmel?“, staunte Julius.
    „Aber, aber… du bist doch jetzt hier?“, stotterte Johnny ungläubig und
    drückte seinen Justus wieder und wieder ganz fest an sich.
    „Sondergenehmigung, ich wurde von Santa Welli beauftragt“, erklärte
    Justus.


    Nachdem er alles über seine Reisen als Flugkapitän erzählt hatte, wie
    er z. B. in unbekannte Wellexien vorgedrungen ist, die nie ein
    Baumhauswelli zuvor gesehen hatte, ölte er sein Stimmchen mit Wellikör
    und stimmte schließlich ein bekanntes Wellinachtslied an: „O Wellibaum“.



    Ach was sangen sie herrlich falsch, und nur Justus hatte eine gute Entschuldigung dafür – hatte er doch zuvor erstmal ordentlich einen gezwitschert. Nein, was waren sie ausgelassen, es war wirklich keine Stille Nacht, aber das sind Wellinachtstage nie! Ja, an diesen Wellinachtstag würde man noch lange denken, auch wenn Justus wieder seine Rolle als Flugkapitän aufnehmen würde. Aber bis dahin galt nur eines:


  • Hab gerade ein Tränchen verdrückt. Sooooooo schön! :schmelz:


    Vielen Dank für die wunderschöne Geschichte und euch allen schöne Weihnachten!
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